Geschichte

Die Geschichte des Hotel Continental

 m Jahr 1888 wurde der Frankfurter Hauptbahnhof (Damals noch Centralbahnhof Frankfurt) eröffnet. Vorrausschauende Hoteliers erkannten sofort die damit verbundenen Möglichkeiten.
So auch G. Ott, der 1890 mit dem Grand Hotel Continental eines der ersten Hotels am Bahnhofsvorplatz eröffnete. Damals lautete die Adresse noch Wiesenhüttenstraße 43.
Das Hotel hatte zu diesem Zeitpunkt fünf Etagen. Die oberste fünfte Etage bestand aus kleinen Kämmerchen, in welchen die Dienstboten der Gäste unterkamen. 

Als Zielgruppe galten Messereisende und wohlhabende Familien.
Aus unbekannten Gründen verkaufte dieser das Hotel 1899 an Frau A. Kirchner, eine wohlhabende Frankfurter Witwe. Diese führte das Haus gewinnbringend , und gründete “Das Haus des Offiziervereins”. Dadurch wurde die Herrenbar Treffpunkt und Sammelstelle für Offiziere.

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1912 fühlte die Dame sich nicht mehr rüstig genug und gab das Grand Hotel Continental an den neuen Eigentümer Herrn Rud Gersenbrand ab. Dieser bemühte sich, die Zimmer der vier Etagen so zu gestalten, das sie hauptsächlich wohlhabende Familien anzogen.

Durch den beginnenden ersten Weltkrieg konnte er die Erfolge des Hotels nicht mehr genießen. Durch schwere familiäre Verluste während des Krieges, fand das Grand Hotel Continental mit Max Hesselbein wieder einen neuen Besitzer. Dieser führte die Linie seines Vorgängers weiter und das Continental wurde ein Familien Hotel ersten Ranges. Das Hotel wurde im Krieg kaum beschädigt und konnte seinen Betrieb unbeirrt fortsetzen.

Als der zweite Weltkrieg nahte, stand das Hotel wieder zum Verkauf. Die aus Eisenach stammende  jüdische Familie Lippmann erstand das Haus 1941.

Der einzige Sohn der wohlhabenden Familie Horst Lippmann gründete zusammen mit Carlo Bohländer und Emil Mangelsdorff den illegalen Jazz Club “Hot Club Frankfurt”. Zusammen gaben sie Jazzkonzerte im Restaurant seines Vaters. Nach der Veröffentlichung von Flugblättern über Swingkonzerte der BBC London und Radio Stockholm, wurde Lippmann von der Gestapo verhaftet und verbrachte einige Tage im Gefängnis.

Durch eine treu mit der Familie verbundene Metzgerei, war das Restaurant des Continental eines der wenigen der Stadt, in denen es noch Fleisch zu essen gab.

Zum Ende des Krieges wurde das Hotel bei Bombenangriffen komplett zerstört. Im Keller des heutigen Continentals kann man noch eine Mauer des alten Grand Hotels sehen.

Nach Gründung der Allgemeinen Hotel und Gaststätten GmbH, die zum größten Teil im Familienbesitz Lippmann geblieben war, konnte das Continental am Donnerstag den 4. Juli 1952 neu eröffnet werden.

Nach Plänen des Architekten Georg Steinbrenner ist ein Schmuckstück für die Hauptbahnhofgegend herausgekommen. Zuerst nur mit 35 Zimmern wurde versucht an alte Traditionen anzuknöpfen.

Es gab wieder fünf Stockwerke. Wobei im Stil der vorangegangenen Dienstbotenzimmer, in der fünften Etage kleinere Einzelzimmer entstanden. Zudem hatten alle Zimmer eigene Duschecken, was für Frankfurter Verhältnisse neu war. Im Erdgeschoss befanden sich die Empfangshalle, Frühstücksraum, Teebar und Herrenbar. Letztere wurden bei späteren Bauschritten wieder ausgegliedert und Beherbergen zur Zeit ein türkisches Bistro.

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Auf dem Dach der 5. Etage sollte ein Teegarten mit 150 Plätzen entstehen, wo Spitzenkapellen zur Teestunde einen gesellschaftlichen Treffpunkt darstellen sollten.

Im Zuge der rasanten Zeitlichen Entwicklung wurde diese Idee jedoch verworfen und stattdessen ein sechstes Stockwerk aufgebaut.

Alle Zimmer des Hotels waren hell, freundlich und doch völlig verschieden eingerichtet.

Wer des Öfteren im Continental verweilt, kann feststellen, dass dieser Stil bis heute gepflegt wurde und man selten in zwei gleichen Zimmern übernachtet.

1998 wurde das Continental schweren Herzens von der Familie Lippmann weiterverkauft. Es befindet sich bis heute im Besitz der Familien Schwarzbart und Lemler. Unter Ihrer Leitung wird das Hotel kontinuierlich renoviert und modernisiert, ohne jedoch den alten Charme zu zerstören.

Einer der bekanntesten Stammgäste war Jimmy Woode. Ein Jazz-Bassist der bereits mit Louis Armstrong und Ella Fitzgerald spielte. Wann immer er durch Frankfurt kam, war der ehemalige Sitz des “Hot Club” seine Wohnadresse. Zum Ende war er mit Helge Schneider auf Tournee. Leider verstarb er unerwartet 2005 an den Folgen einer Operation.

Aber auch andere Schauspieler und Sänger schätzten die Privatsphäre des Continental.

2011 diente das Hotel als Kulisse für den”Tatort Frankfurt”, und auch bei einigen  Produktionen von ein “Fall für Zwei” und “Pfarrer Schwarz” taucht es auf.